In Frieden

Jede Minute, die wir stehen bleiben bringt uns seinem Tod näher. (Und unserem eigenen). Ein seltsamer Gedanke: Wir binden uns die Schnürsenkel und wenn wir fertig sind, rücken wir wieder näher an den Tod. Vor allem an seinen. Beim Abschied trösten wir uns mit dem Gedanken, dass es doch noch ein nächstes Mal geben wird, denn die Abschiede erfordern mehr Zeit als gedacht. Tief im Inneren hoffen wir gegen alle Vernunft, der Tod könnte sich vielleicht doch noch als Irrtum herausstellen. Wie wir überhaupt hoffen; wir hoffen, er ist die letzten Tage noch so glücklich wie nur möglich, und hoffen, der Tod möge für ihn sanft schmerzlos sein. Ich würde gerne noch tausend Tage mit dir verbringen, sagt er, mindestens, aber es wären keine guten Tage. Also gehe ich in Frieden und ihr bewahrt die Erinnerung. Später, in unserer ganzen Fassungslosigkeit, versuchen wir uns so zu trösten. Der Abschied war wie er ihn wollte. Am hellen Morgen glitt er hinüber auf die andere Seite.

 

 

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