Trauer

Das Bild will aus meinem inneren Auge nicht weichen;
das Bild von unserem letzten Kuss. Etwas verdeckt

hinter der Wand der großen Wohnküche,
um die Gefühle des Lebensgefährten zu schonen.

(Die Wirren der Liebe enden erst mit dem Ende
& nicht ganz kurz davor).

So schnell will die Traurigkeit nicht weichen, sie soll
auch nicht weichen, verginge sie jetzt,

es fühlte sich an wie dich zu verraten,
als könntest du nicht mehr wichtig sein.

Leben, ich vermisse dich schon jetzt –
Tod, ich will dich nicht mehr sehen, aber

du liegst zu meinen Füßen &
siehst mit großen Augen zu mir hoch.

Ich wünsche mich zurück ans Meer, dorthin, wo das Wasser beides vereint,
dorthin, wo die Wellen meine Trauer verschlucken.

Mein zweiter Beitrag im Rahmen von Kikis #SepteMeer Projekt. Ein wenig traurig, aber – can’t help it, manchmal ist es so.

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In Frieden

Jede Minute, die wir stehen bleiben bringt uns seinem Tod näher. (Und unserem eigenen). Ein seltsamer Gedanke: Wir binden uns die Schnürsenkel und wenn wir fertig sind, rücken wir wieder näher an den Tod. Vor allem an seinen. Beim Abschied trösten wir uns mit dem Gedanken, dass es doch noch ein nächstes Mal geben wird, denn die Abschiede erfordern mehr Zeit als gedacht. Tief im Inneren hoffen wir gegen alle Vernunft, der Tod könnte sich vielleicht doch noch als Irrtum herausstellen. Wie wir überhaupt hoffen; wir hoffen, er ist die letzten Tage noch so glücklich wie nur möglich, und hoffen, der Tod möge für ihn sanft schmerzlos sein. Ich würde gerne noch tausend Tage mit dir verbringen, sagt er, mindestens, aber es wären keine guten Tage. Also gehe ich in Frieden und ihr bewahrt die Erinnerung. Später, in unserer ganzen Fassungslosigkeit, versuchen wir uns so zu trösten. Der Abschied war wie er ihn wollte. Am hellen Morgen glitt er hinüber auf die andere Seite.

 

 

Warum ich beim Elternabend gefehlt habe

Es war einer der ersten wunderbar warmen Tage in diesem Jahr, ein Donnerstag. Ich hatte einen Tag voller vermeintlich kleiner Verpflichtungen hinter mir, von denen aber jede Einzelne meine volle Konzentration brauchte. Schon morgens um sieben stand der Schornsteinfeger vor der Tür und wollte die Rauchmelder kontrollieren. Dann ein Arzttermin mit Tochter Eins, Telefonate, Gespräche und schließlich ein Vortrag bei einem Betriebsrat über Arbeitsrecht und Datenschutz. Weiterlesen

#48stundenalleinerziehend

Mutterseelesonnig von https://mutterseelesonnig.wordpress.com/2017/04/09/48-stunden-alleinerziehend/ hat eine wie ich finde großartige Aktion gestartet. Sie ruft alleinerziehende Frauen auf, zwei Tage, 48 Stunden, ihres Alltags zu beschreiben. Auf dass alle diejenigen, die sich jetzt vor der Bundestagswahl mit familienpolitischen Ideen übertreffen, merken mögen wie das Leben Alleinerziehender wirklich aussieht. Und nicht nur die. Dafür verlasse ich sehr gerne mal die Poesie und hier ist mein Protokoll.

Erster Tag

06:15 Uhr

Der Wecker klingelt, aber vor 06:40 Uhr komme ich meistens nicht aus dem Bett. Sollte ich in diesem Leben noch mal Zeit haben, werde ich ein Volksbegehren einleiten, dass Schule nie vor 9 Uhr beginnen darf. Für jeden Blödsinn gibt es ein Volksbegehren; das wäre mal was Sinnvolles. Im Halbschlaf überfliege ich noch im Bett Meldungen auf Facebook und Twitter, Bilder bei Instagram, das hilft beim Wachwerden. Weiterlesen

Die Entschleunigung. Ein Besuch im Strandbad Wannsee

Ben höchstselbst hatte mir die Idee in den Kopf gesetzt: An einem Tag unserer Berlinsommerferien wollte ich mit meinen Töchtern das Strandbad Wannsee besuchen, eines der größten Freibäder an einem Binnengewässer Europas, wie es bei Wikipedia heißt.

Ein Anruf bei den Berliner Bäder-Betrieben ergab im Vorfeld, ja, das Bad sei barrierefrei, also konnten wir alle zusammen hin. Weiterlesen

For the Poets Among Us Who Wish To Be Read Offline (too)

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Poetry. Everyday.

I’m afraid, this isn’t a very good picture, but I’d like to draw your attention to the bicycle in front. It’s a bike full of poetry. The owner (who isn’t in the picture) is a poet who calls himself „Alltagsdichter“. „Alltag“ is the German word for „everyday life“ and „Dichter“ means poet. He puts his books on the bike and stops at marketplaces, malls and parks – anywhere, where the audience may take a closer look and buy a book. He started out with 1000 copies of his book, a newspaper article said about a year ago (http://www.abendblatt.de/kultur-live/article117388524/Der-Alltagsdichter-aus-Altona-trifft-den-heiteren-Ton.html). I see him quite often at the marketplace that you see on the picture, since I live near by. Usually, he stands next to his bike on which he also carries postcards around which he creates himself, with quotes from his poems, and talks to people. In a former life, he worked as a carpenter and studied art.
I think this is just a great idea. This way, poetry becomes a part of … well, yes! … everyday life and that is where it belongs. The words leave the inner circles of the few who write and read poetry and are spread among those who otherwise probably wouldn’t take notice.
I’m not sure if this would work for me, since I used to be a very shy person, unable to communicate about the normal this and that even with people whom I knew. There’s nothing much left of this person but nevertheless I don’t think I’d be able to promote my poetry this way … unfortunately, because I Iove bicycles and the various possibilities to carry whatsoever with them. But maybe some of you, and especially my American readers, would want to try this? In America I imagine, a bike full of poetry would attract even more attention than in Europe. Good luck, if you do so … and please let me know what happens.

 

Writing 2.9 – Poetry

So very often People ask me: „How do you do this? Write a Poem? How does it work?“ All I do in these cases is shrug my shoulders and say: Well, I don’t know. It just happens. There are certain circumstances that make me want to write, but basically I can’t tell. Now I found an answer on brainsnorts inc. which is so perfect and which I could’ve never written myself. Enjoy!

brainsnorts inc.

man-writing-with-quill-pen

po·et·ry  (poh-i-tree)   noun

writing that formulates a concentrated imaginative awareness of experience in language chosen and arranged to create a specific emotional response through meaning, sound, and rhythm.

Merriam-Webster.com
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po·et·ry  (poh-i-tree)   noun

saying as much as possible in as few words as possible, in a unique way

Me
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“You can’t write a good poem about sadness.  But you can write a great poem about a homeless man sleeping on a park bench as it begins to snow on Christmas Eve.”

Dr. Philip Cioffari
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“Anyone can write a poem, but not anyone can write a good poem.”

Me
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We can debate all day about what makes a good or bad poem, whether or not a poem should have rhyme or rhythm, if punctuation is needed after each line or at all, and if “pine” and “thin” are…

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